Otto Spaleck-Stiftung für innovative Technologien unterstützt Bionik-Nachwuchs

Studierende des Bocholter Studiengangs Bionik der Westfälischen Hochschule präsentierten drei Arbeiten auf der Hannover-Messe 2014. Die Ideen wurden mit Modellen auf dem "BIOKON-Gemeinschaftsstand" gezeigt.

Otto Spaleck-Stiftung für innovative Technologien unterstützt Bionik-Nachwuchs

Studierende des Bocholter Studiengangs Bionik der Westfälischen Hochschule präsentierten drei Arbeiten auf der Hannover-Messe 2014. Die Ideen wurden mit Modellen auf dem „BIOKON-Gemeinschaftsstand“ gezeigt.

Bocholt. „BIOKON“ nennt sich der Forschungsgemeinschafts-Verein „Bionik-Kompetenznetz“ mit Sitz in Berlin. Unter diesem gemeinschaftlichen Dach arbeiten deutschlandweit Wissenschaftler und forschende Unternehmen zusammen, um dadurch das Umsetzen biologischer Prinzipien in die Technik zu beschleunigen. Durch deren Stand auf der Hannover-Messe hatten nun Bocholter Bionik-Studierende die Möglichkeit, ihre Fünftsemesterprojekte einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen.

An der Westfälischen Hochschule in Bocholt arbeiteten mehrere Teams unter der Betreuung von Prof. Dr. Tobias Seidl (Sensorik) und Prof. Dr. Alexander Sauer (Leichtbau) daran, technische Lösungen nach dem Vorbild der Natur umzusetzen. Drei Teams waren nun mit ihren Abschlussarbeiten in Hannover dabei.

Eine Leichtbautragfläche, die sich durch einen integrierten Drucksensor automatisch auf Steig-, Sink- und Gleitflug einstellen kann, entwickelten die Studierenden Lukas Wöhle, Patrick Bohl, Caroline Demey, Lena Göpfert, Pascal Mindermann und Michael Segbers. Das Besondere sei, so Prof. Dr. Heike Beismann, die Form des Drucksensors, der in die Trägfläche flächenbündig eingebaut wird. Für seine Langlochstruktur stand ein Kakteenskelett Vorbild. Durch seine lange, ovale Form schwächt er nicht die Konstruktion und die Eigenschaften der Tragfläche, was das Team in simulierten Belastungstests nachweisen konnte.
Die zweite ausgestellte Arbeit befasste sich mit der Technik einer Schiebetür, die es galt, lernfähig und sensibler zu machen. Bei der Ideen-Entwicklung der Studierenden Lukas Harbarth, Silvan Faßbender, Stefanie Frenzen, Sophie Gacs, Alexander Puschke und Sebastian Ocampo stand der Seehase, eine Meeres-Nacktschnecke, und das Skelett eines einzelligen Meeresorganismus, ein sogenanntes Strahlentierchen Pate. Von der Schnecke schaute sich das Team die Fähigkeit ab, auf bestimmte Reize angemessen zu reagieren und auch zu lernen, dass nicht jeder Reiz eine Gefahr bedeuten muss. Die Struktur des Strahlentierchenskeletts ist besonders leicht und kanalisiert den Druck von einer größeren Fläche auf einen kleinen Punkt. Das Team übertrug die Konstruktion und entwickelte einen pyramidenförmigen Drucksensor, der über einen größeren Bereich wachen kann und dennoch sensibel genug auf Unterschiede reagiert.

Das dritte Team, bestehend aus Jan Thiesler, Oliver Daleske, Christian Danneberg, Jule Frey, Mark Haas und Daniel Schäle, entwickelte einen neuartigen Drehmomentschlüssel. Viele kennen vielleicht einen Drehmomentschlüssel aus der Autowerkstatt, wo beispielsweise Radmuttern oder andere Muttern mit recht großem Gerät angezogen werden, um den Sitz und die richtige Belastung zu gewährleisten. Nach einem gut hörbaren Klick meldet die Mechanik, dass die Mutter oder Schraube richtig sitzt, zumindest wenn man den Schlüssel vorher richtig eingestellt hat. Den Bocholter Bionikstudenten gelang es, durch die Verwendung von Glas- und Karbonfasern und einem integrierten Metallkopf den Drehmomentschlüssel sehr leicht und trotzdem robust zu machen. Von Insekten und deren Druckwahrnehmung über Sensillen (anatomisches Element mit Sinneszellen) gaben die Jungforscher dem Schlüssel die Eigenschaften aus der Biologie. Eine taillierte Stelle am Schlüsselschaft und eine ausgeklügelte Konstruktion und Sensorik im Innern sorgen für das richtige Drehmoment. Ein grünes Lichtsignal zeigt an, wenn der Drehmomentschlüssel seine Arbeit getan hat.

Unterstützt wurden die Bocholter Studierendenteams von der „Otto Spaleck Stiftung für innovative Technologien“. Dadurch war es möglich, die Messemodelle zeitnah umzusetzen.